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Ein Mikrofon ist ein elektroakustischer Wandler, der Schalldruckwellen in elektrische Signale umwandelt – je nach Wandlerprinzip mit grundlegend unterschiedlichen Klangeigenschaften.

Was sind Mikrofontypen?

Mikrofone lassen sich nach ihrem elektroakustischen Wandlerprinzip in drei Hauptgruppen einteilen: Kondensatormikrofone, Dynamische Mikrofone und Bändchenmikrofone. Jedes dieser Prinzipien erzeugt ein elektrisches Signal auf unterschiedliche Weise und bringt dadurch typische Klangeigenschaften, Stärken und Schwächen mit sich. Die Wahl des richtigen Mikrofontyps ist eine der grundlegendsten Entscheidungen in der Audioaufnahme.

Erklärung

Kondensatormikrofon

Das Kondensatormikrofon (auch Kapazitätsmikrofon) arbeitet nach dem elektrostatischen Prinzip. Eine extrem dünne, leitfähige Membran ist parallel zu einer festen Gegenelektrode (Backplate) angeordnet und bildet so einen Kondensator. Wenn Schall auf die Membran trifft, ändert sich der Abstand zwischen Membran und Backplate, was eine messbare Kapazitätsänderung und damit ein elektrisches Signal erzeugt.

Kondensatormikrofone benötigen eine externe Spannungsversorgung, die in der Regel als Phantomspeisung (48V) (48 V) über das Mikrofonkabel geliefert wird. Sie reagieren besonders fein auf Transienten (schnelle Lautheitswechsel) und haben einen ausgedehnten, linearen Frequenzgang. Das macht sie ideal für Studioaufnahmen von Gesang, akustischen Instrumenten und Sprachaufnahmen.

Zwei Bauformen:

  • Großmembranmikrofone (Membran > 1 Zoll Durchmesser): warmer, voller Klang, beliebt für Gesang und Sprache
  • Kleinmembranmikrofone (Membran < 1 Zoll): sehr präziser, neutraler Klang, ideal für Instrumente und Stereoaufnahmen

Dynamisches Mikrofon

Dynamische Mikrofone (Tauchspulenmikrofone) arbeiten nach dem elektromagnetischen Induktionsprinzip. Eine leichte Spule (Schwingspule) ist an der Membran befestigt und bewegt sich in einem Magnetfeld. Schall bewegt die Membran und damit die Spule, was nach dem Induktionsgesetz eine Spannung erzeugt.

Dynamische Mikrofone sind robust, benötigen keine Phantomspeisung und sind relativ unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und mechanischen Erschütterungen. Ihr Frequenzgang ist etwas weniger linear als bei Kondensatoren, aber für viele Anwendungen absolut ausreichend. Sie eignen sich hervorragend für laute Quellen (Schlagzeug, Gitarrenboxen), Live-Gesang und Sprachaufnahmen in akustisch unkontrollierten Umgebungen.

Bändchenmikrofon

Das Bändchenmikrofon ist eine spezielle Form des elektromagnetischen Wandlers. Statt einer Spule schwingt ein hauchdünnes, gewelltes Metallband (Ribbon) zwischen den Polen eines Magneten. Dieses Ribbon-Element reagiert auf Schallschnelle (die Bewegungsgeschwindigkeit der Luftmoleküle) statt auf Schalldruck.

Bändchenmikrofone klingen natürlich weich und warm, besonders in den Höhen. Sie haben eine natürliche Achter-Richtcharakteristik und reagieren sehr empfindlich. Ältere oder günstige Modelle können durch starken Luftzug oder Phantomspeisung beschädigt werden; moderne Aktivbändchen sind robuster. Einsatz: Blechbläser, E-Gitarren, Rundfunkstimmen, als Raumikrofon.

Beispiele

TypBeispielmodelleTypischer Einsatz
Kondensator GroßmembranNeumann U87, AKG C414Gesang, Sprecher, Podcast
Kondensator KleinmembranSchoeps MK4, Rode NT5Akustikgitarre, Streicher, Stereo
DynamischShure SM7B, Shure SM58Podcast, Live-Gesang, Schlagzeug
BändchenRoyer R-121, AEA R84Gitarre, Bläser, Rundfunk

In der Praxis

Für Podcast und Sprache im Heimstudio hat sich das dynamische Mikrofon (z. B. Shure SM7B) durchgesetzt, weil es unempfindlicher gegenüber Raumakustik und Störgeräuschen ist. Wer in einem akustisch behandelten Raum arbeitet, greift oft zu einem Großmembran-Kondensator für eine detailreichere, präsente Stimmwiedergabe.

Bei Musikproduktionen werden häufig beide Typen kombiniert: Kondensatormikrofone für Gesang und akustische Instrumente, dynamische Mikrofone für Schlagzeugfelle und Gitarrenboxen. Bändchenmikrofone kommen als klangliche Ergänzung ins Spiel, wenn ein warmerer, weicherer Charakter gewünscht wird.

Vergleich & Abgrenzung

EigenschaftKondensatorDynamischBändchen
EmpfindlichkeitSehr hochMittelHoch
FrequenzgangSehr linear, weitPraxistauglich, leicht gefärbtWarm, höhenreich
RobustheitMittelSehr hochGering–Mittel
PhantomspeisungErforderlich (meist)Nicht nötigNicht nötig (Achtung!)
Preis (Einstieg)Ab ca. 80 €Ab ca. 50 €Ab ca. 200 €

Häufige Fragen (FAQ)

Welcher Mikrofontyp ist für Anfänger am besten? Dynamische Mikrofone sind robuster und verzeihen akustische Schwächen im Aufnahmeraum. Für Einsteiger im Podcast-Bereich ist ein dynamisches Mikrofon (SM7B, Rode PodMic) oft die praktischere Wahl.

Kann ich ein Bändchenmikrofon mit Phantomspeisung betreiben? Bei passiven Bändchenmikrofonen ist Phantomspeisung gefährlich und kann das Ribbon zerstören. Aktive Bändchenmikrofone hingegen benötigen sie. Immer die Bedienungsanleitung prüfen!

Warum klingen Kondensatormikrofone oft "heller" als Dynamische? Kondensatormikrofone erfassen höhere Frequenzen und Transienten detailreicher. Das kann als "Helligkeit" oder "Luftigkeit" wahrgenommen werden – oder bei schlechter Raumakustik als übertriebene Rauheitkeit.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Dickreiter, Michael (2021): Handbuch der Tonstudiotechnik, 9. Aufl., De Gruyter. Kapitel 3: Mikrofone.
  • Raffaseder, Hannes (2019): Audiodesign, 3. Aufl., Hanser Verlag. S. 112–140.
  • Shure (2022): Microphone Techniques for Music – Studio Recording. Shure Educational Publications.
  • Neumann GmbH (2023): The Neumann Microphone Compendium. Online: www.neumann.com
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