Der Lebenslauf für die Ausbildung ist eine tabellarische Übersicht von höchstens zwei Seiten, die persönliche Angaben, Schulbildung, praktische Erfahrungen wie Praktika oder Nebenjobs und besondere Kenntnisse in umgekehrt chronologischer Reihenfolge zeigt. Ein Foto, Angaben zur Familie und zur Religion sind freiwillig.
Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Einstieg & Berufswahl · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: tabellarischer Lebenslauf, CV (Curriculum Vitae), Werdegang
Was ist ein Lebenslauf für die Ausbildung?
Laut meinBERUF, dem Portal der Bundesagentur für Arbeit, ist der Lebenslauf das „Herzstück“ der Bewerbung. Er fasst den bisherigen Werdegang strukturiert zusammen. Bei Schüler/innen geht es weniger um Berufsjahre als um Stärken: Welche Schule, welche Fächer, welche Praktika, welches Engagement? Ein guter Lebenslauf für die Ausbildung zeigt auf einen Blick, dass jemand zum Beruf passt.
Erklärung
Form. Die Bundesagentur empfiehlt einen tabellarischen Lebenslauf auf einer bis höchstens zwei DIN-A4-Seiten. Angefangen wird mit dem Abschnitt, der am kürzesten zurückliegt, dann geht es Schritt für Schritt zurück. Diese Reihenfolge heißt umgekehrt chronologisch.
Was hinein muss.
- Persönliche Angaben: Vor- und Nachname, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und Geburtsort. Den Beruf der Eltern braucht es laut Bundesagentur nicht.
- Praktische Erfahrung: Praktika, Nebenjobs, ehrenamtliche Tätigkeiten. Pro Station Start- und Enddatum (Monat und Jahr reichen), Betrieb, Rolle und drei bis fünf kurze Stichpunkte zu den Aufgaben.
- Schulbildung: besuchte Schulen mit Zeitraum, Schulart, Name und erreichtem oder angestrebtem Abschluss. Gute Noten in passenden Fächern dürfen genannt werden.
- Besondere Kenntnisse: Sprachen, Software, Führerschein, Ehrenämter, Vereine und ausgewählte Hobbys, wenn sie zur Stelle passen.
- Ort, Datum, Unterschrift: nicht zwingend, aber ein Zeichen, dass die Fassung aktuell ist.
Was freiwillig ist. Angaben zu Familie und Staatsangehörigkeit sind freiwillig, die Religion nennst du laut Bundesagentur nur, wenn der Arbeitgeber danach fragt. Ein Bewerbungsfoto ist kein Muss mehr. Wer eines verwendet, setzt es oben in den Lebenslauf oder auf ein Deckblatt und lässt es professionell machen, nicht als Selfie.
Beispiele
- Beispiel 1, Praktikum als Station: „03/2026, Schülerpraktikum, Fotostudio Muster, Stuttgart. Aufbau von Licht und Hintergrund, Sortieren von Aufnahmen, Assistenz bei einem Produktshooting.“
- Beispiel 2, Nebenjob: „seit 09/2025, Aushilfe im Supermarkt, samstags. Kundenkontakt, Kasse, Warenpräsentation.“ Auch fachfremde Jobs zeigen Zuverlässigkeit.
- Beispiel 3, Ehrenamt: „seit 2024, Jugendgruppenleitung im Sportverein. Planung von Ausflügen, Verantwortung für acht Kinder.“
- Beispiel 4, Kenntnisse für Medienberufe: „Bildbearbeitung mit GIMP und Photopea, Videoschnitt mit DaVinci Resolve, eigener Fotoblog.“ Das passt zu einer Bewerbung in Gestaltung oder Medien.
- Beispiel 5, Lücke erklärt: „08/2025 bis 01/2026, Auslandsaufenthalt als Au-pair in Irland.“ So entsteht keine unerklärte Lücke.
In der Praxis
Schlicht gestalten. Die Bundesagentur rät zu einer gut lesbaren Schrift und warnt vor verspielten Designs und Farbwechseln, weil Personalverantwortliche viele Lebensläufe sehen. Für Gestaltungsberufe darf das Layout etwas eigener sein, muss aber übersichtlich bleiben.
Für jeden Betrieb anpassen. Laut Bundesagentur solltest du nicht denselben Lebenslauf für alle Bewerbungen verwenden. Wer sich bei einer Werbeagentur bewirbt, stellt Gestaltungserfahrung nach vorn, bei einem Handwerksbetrieb eher praktische Arbeiten.
Lücken offen benennen. Unterbrechungen von mehr als zwei Monaten gehören laut Bundesagentur in den Lebenslauf, zusammen mit dem, was du in der Zeit gemacht hast, etwa Work and Travel, Freiwilligendienst oder ein Orientierungspraktikum. Im Gespräch kannst du sie genauer erklären.
Vorlagen nur als Gerüst. Die Bundesagentur bietet kostenlose Word-Vorlagen an. Ein Lebenslauf-Generator kann helfen, die Inhalte müssen aber zu dir passen.
Als PDF verschicken. Bei Online- und E-Mail-Bewerbungen wird der Lebenslauf als PDF hochgeladen, damit das Layout erhalten bleibt.
Für Schüler/innen ohne viel Erfahrung. Schülerzeitung, Theater-AG, Klassensprecheramt, Streitschlichtung, Nachhilfe oder ein eigenes Kreativprojekt zählen. Wie ein kürzerer Lebenslauf für ein Praktikum aussieht, zeigt Lebenslauf Schülerpraktikum: Aufbau, Muster, Tipps.
Lebenslauf für eine Berufsfachschule. Auch schulische Ausbildungen verlangen meist einen Lebenslauf. An der Lazi Akademie, einer staatlich anerkannten Berufsfachschule für Gestaltung in Esslingen am Neckar, gehören laut der Seite zur Bewerbung ein Lebenslauf, ein formloses Motivationsschreiben und ein aktuelles Zeugnis dazu; Unterlagen können nachgereicht werden. Nach dem Online-Formular folgen ein kurzes Gespräch mit der Fachbereichsleitung, ohne Test und ohne Portfolio, und eine kleine kreative Aufgabe.
Vergleich & Abgrenzung
Der tabellarische Lebenslauf ist in Deutschland Standard. Davon zu unterscheiden sind andere Formen:
| Merkmal | Tabellarischer Lebenslauf | Ausführlicher Lebenslauf | Europass-Lebenslauf |
|---|---|---|---|
| Form | Tabelle mit Zeiträumen | Fließtext | festes EU-Formular |
| Einsatz | Standard bei Ausbildungen | selten, nur auf Wunsch | bei Bewerbungen im Ausland |
| Länge | ein bis zwei Seiten | meist länger | oft mehrere Seiten |
Der Lebenslauf ersetzt nicht das Anschreiben. Er listet Fakten, das Anschreiben für die Ausbildung: Aufbau und Formulierungen erklärt die Motivation.
Häufige Fragen
Was gehört in einen Lebenslauf für die Ausbildung? Persönliche Angaben, Schulbildung, praktische Erfahrungen wie Praktika, Nebenjobs und Ehrenamt sowie besondere Kenntnisse wie Sprachen, Software oder Führerschein. Ort, Datum und Unterschrift sind möglich, aber nicht zwingend.
Muss ein Foto auf den Lebenslauf? Nein. Laut Bundesagentur ist ein Bewerbungsfoto kein Muss mehr. Wer eines nutzt, sollte ein professionelles Foto wählen und es oben im Lebenslauf platzieren.
Wie lang darf der Lebenslauf sein? Eine bis höchstens zwei DIN-A4-Seiten. Bei Schüler/innen reicht meist eine Seite.
Wie gehe ich mit Lücken im Lebenslauf um? Offen. Zeiträume von mehr als zwei Monaten gibst du an und schreibst dazu, was du gemacht hast, etwa einen Freiwilligendienst, ein Praktikum oder einen Nebenjob.
Soll ich Hobbys angeben? Ja, wenn sie etwas über dich sagen und zur Stelle passen. Fotografieren, Zeichnen oder Videoschnitt sind für Medienberufe relevant, ebenso Teamsport oder Musik als Hinweis auf Ausdauer und Teamfähigkeit.
Verwandte Einträge
- Bewerbung für die Ausbildung: Unterlagen, Ablauf, Tipps
- Anschreiben für die Ausbildung: Aufbau und Formulierungen
- Lebenslauf Schülerpraktikum: Aufbau, Muster, Tipps
- Motivationsschreiben: Aufbau, Inhalt und Unterschied
- Vorstellungsgespräch Ausbildung: Ablauf, Fragen, Tipps
Weiterführend
- Bundesagentur für Arbeit (2026): Den perfekten Lebenslauf erstellen. meinBERUF, arbeitsagentur.de/bildung/bewerbung/lebenslauf
- Bundesagentur für Arbeit (2026): Bewerbungsunterlagen: Das gehört rein. meinBERUF, arbeitsagentur.de/bildung/bewerbung/bewerbungsunterlagen
- Europäische Union (2026): Europass, Lebenslauf erstellen. europass.europa.eu
