Eine Bewerbung für die Ausbildung besteht in der Regel aus Anschreiben, Lebenslauf und den letzten Schulzeugnissen und wird heute meist online über ein Portal oder per E-Mail verschickt. Große Betriebe suchen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit schon eineinhalb Jahre vor Ausbildungsbeginn, Schulen und kleinere Betriebe spätestens zu Beginn des letzten Schuljahres.
Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Einstieg & Berufswahl · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Ausbildungsbewerbung, Bewerbung um einen Ausbildungsplatz, Bewerbungsunterlagen für die Ausbildung
Was ist eine Bewerbung für die Ausbildung?
Mit der Bewerbung für die Ausbildung stellt man sich einem Betrieb oder einer Berufsfachschule vor und zeigt, warum man zu diesem Beruf passt. Anders als bei Berufserfahrenen zählen hier vor allem Interesse, Motivation, Schulnoten, Praktika und Hobbys mit Bezug zum Beruf. Die Bewerbung ist der erste Eindruck, den ein Ausbildungsbetrieb von dir bekommt, und entscheidet oft darüber, ob du zu einem Gespräch oder Test eingeladen wirst.
Erklärung
Was in die Bewerbung gehört. Laut meinBERUF, dem Portal der Bundesagentur für Arbeit, braucht man in der Regel ein Anschreiben, den Lebenslauf und Zeugnisse. Üblich sind die letzten beiden Schulzeugnisse. Dazu kommen, falls vorhanden, Praktikumsbescheinigungen oder Zertifikate, etwa ein Erste-Hilfe-Kurs oder ein Sprachnachweis. Ein Bewerbungsfoto ist laut Bundesagentur keine Pflicht mehr, in vielen Branchen aber weiterhin üblich. Ein Deckblatt und ein Anlagenverzeichnis sind freiwillig. Ein Motivationsschreiben, die sogenannte „Dritte Seite“, gehört bei Berufseinsteiger/innen eher nicht dazu, es sei denn, der Betrieb verlangt es ausdrücklich.
Reihenfolge. Die Bundesagentur empfiehlt die Reihenfolge Anschreiben, Lebenslauf (mit Foto, falls du eines verwendest), dann Zeugnisse und Bescheinigungen. Originale bleiben immer bei dir, verschickt werden Kopien oder Scans.
Wege der Bewerbung. Es gibt drei Formen:
- Online-Portal: Du füllst Eingabemasken aus und lädst Dokumente hoch. Größere Betriebe arbeiten fast nur noch so.
- E-Mail-Bewerbung: Du schreibst eine kurze Nachricht und hängst die Unterlagen als PDF an, am besten in einer einzigen Datei.
- Bewerbung per Post: wird seltener, ist aber bei manchen kleineren Betrieben noch üblich.
Laut Bundesagentur verzichten einige Unternehmen bei Online-Bewerbungen inzwischen auf ein Anschreiben. Ob eines gewünscht ist, steht in der Stellenanzeige oder lässt sich mit einem kurzen Anruf klären.
Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat für 2025 rund 476.000 neu abgeschlossene duale Ausbildungsverträge gezählt. Dem Angebot von rund 530.300 Ausbildungsstellen stand eine Nachfrage von rund 560.300 Bewerber/innen gegenüber. Zum Stichtag 30. September 2025 suchten noch rund 84.400 junge Menschen einen Platz. Eine sorgfältige Bewerbung lohnt sich also, gerade in beliebten Berufen.
Schulische Ausbildungen, etwa an einer Berufsfachschule: Was sie ist, Abschlüsse und Zugang, werden nicht in diesen BIBB-Zahlen zu dualen Verträgen erfasst. Für sie gelten eigene Bewerbungswege und Fristen, die jede Schule selbst festlegt.
Beispiele
- Beispiel 1, Mediengestaltung im Betrieb: Eine Schülerin bewirbt sich über das Online-Portal einer Werbeagentur. Sie lädt Lebenslauf, die letzten beiden Zeugnisse und drei Arbeitsproben aus dem Kunstunterricht hoch, weil die Anzeige ausdrücklich danach fragt.
- Beispiel 2, kleiner Fotobetrieb: Ein Schüler ruft im Studio an, fragt nach der Ansprechperson und schickt danach eine E-Mail mit einer PDF-Datei. Im Betreff steht der genaue Ausbildungsberuf.
- Beispiel 3, schulische Ausbildung: Eine Bewerberin füllt bei einer Berufsfachschule ein kurzes Formular aus und reicht Lebenslauf und Zeugnis nach. Danach folgt ein Gespräch.
- Beispiel 4, Initiativbewerbung: Ein Jugendlicher findet keine Anzeige, weiß aber, dass eine Druckerei im Ort ausbildet. Er fragt telefonisch nach und schickt eine Bewerbung ohne Ausschreibung.
- Beispiel 5, Ausbildungsmesse: Auf einer Messe spricht eine Schülerin mit Azubis eines Betriebs und erfährt, dass Bewerbungen bis zum Herbst eingehen sollen. Sie notiert sich den Namen der Ausbilderin für die Anrede.
In der Praxis
Schritt für Schritt. Die Bundesagentur beschreibt sieben Schritte: Fristen im Blick behalten, Stellenanzeigen finden und verstehen, alternative Wege wie Messen oder Ausbildungsmesse: Tipps für Vorbereitung und Besuch nutzen, eine Auswahl treffen, Bewerbungen erstellen und abschicken, das Auswahlverfahren meistern und schließlich mit Zu- oder Absage umgehen.
Jede Bewerbung anpassen. Anschreiben und Lebenslauf werden für jeden Betrieb zugeschnitten. Wer denselben Text an zehn Firmen schickt, fällt auf. Wie ein gutes Anschreiben aufgebaut ist, zeigt Anschreiben für die Ausbildung: Aufbau und Formulierungen, Tipps zum Lebenslauf stehen unter Lebenslauf für die Ausbildung: Aufbau, Inhalt, Tipps.
Übersicht führen. Die Bundesagentur rät zu einer einfachen Tabelle: Wo und wann hast du dich beworben, wer ist die Ansprechperson, gab es eine Einladung? So behältst du auch bei vielen Bewerbungen den Überblick.
Dateien sauber benennen. Eine PDF mit dem Namen „BewerbungVornameNachname.pdf“ wirkt professioneller als „scan123.pdf“. Die E-Mail-Adresse sollte seriös sein, ohne Spitznamen.
Geduld haben. Laut Bundesagentur kann es dauern, bis eine Rückmeldung kommt. Wer nach vier Wochen nichts gehört hat, darf freundlich nachfragen.
Hilfe holen. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit: Ablauf und Termin der Agentur für Arbeit prüft Bewerbungsunterlagen kostenlos, und die Berufsinformationszentren (BiZ) bieten Bewerbungstrainings an.
Wenn es eine Berufsfachschule werden soll. An der Lazi Akademie, einer staatlich anerkannten Berufsfachschule für Gestaltung in Esslingen am Neckar, läuft die Bewerbung über ein kurzes Online-Formular, die Akademie meldet sich innerhalb von 24 Stunden persönlich. Danach folgen ein kurzes Gespräch mit der Fachbereichsleitung, ohne Test und ohne Portfolio, und eine kleine kreative Aufgabe mit einer Woche Zeit. Gebraucht werden ein formloses Motivationsschreiben, ein Lebenslauf und ein aktuelles Zeugnis, die auch nachgereicht werden können; Voraussetzung ist Abitur oder Mittlere Reife.
Vergleich & Abgrenzung
Die Bewerbung für eine Ausbildung unterscheidet sich von anderen Bewerbungen vor allem darin, was im Mittelpunkt steht.
| Merkmal | Bewerbung für die Ausbildung | Bewerbung für ein Schülerpraktikum | Bewerbung mit Berufserfahrung |
|---|---|---|---|
| Schwerpunkt | Motivation, Schule, Praktika | Interesse, Neugier | Erfahrung, Erfolge |
| Unterlagen | Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse | kurzes Anschreiben, Lebenslauf | Anschreiben, Lebenslauf, Arbeitszeugnisse |
| Vorlauf | bis zu eineinhalb Jahre | einige Wochen bis Monate | meist wenige Wochen |
| Auswahlverfahren | Gespräch, oft Einstellungstest | meist nur ein Gespräch oder Anruf | Gespräch, teils Probearbeit |
Für das Praktikum gibt es eigene Einträge: Bewerbung Schülerpraktikum: Anschreiben mit Muster und Lebenslauf Schülerpraktikum: Aufbau, Muster, Tipps.
Häufige Fragen
Welche Unterlagen brauche ich für eine Bewerbung zur Ausbildung? In der Regel ein Anschreiben, einen tabellarischen Lebenslauf und die letzten beiden Schulzeugnisse. Praktikumsbescheinigungen und Zertifikate kommen dazu, wenn du welche hast. Ein Foto ist keine Pflicht.
Wie viele Bewerbungen sollte ich schreiben? Eine feste Zahl gibt es nicht. Sinnvoll ist es, mit den Favoriten zu beginnen und bei Bedarf weitere Bewerbungen nachzuschieben, wie es die Bundesagentur empfiehlt. In gefragten Berufen lohnt es sich, nicht nur auf einen Betrieb zu setzen.
Ist eine Bewerbung per E-Mail in Ordnung? Ja, wenn der Betrieb keinen anderen Weg vorgibt. Hänge alle Unterlagen als eine PDF-Datei an und schreibe einen kurzen, höflichen Begleittext mit dem Ausbildungsberuf im Betreff.
Wann sollte ich nachfragen, wenn keine Antwort kommt? Laut Bundesagentur nach etwa vier Wochen. Ein kurzer Anruf oder eine freundliche E-Mail reicht, frage, bis wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist.
Brauche ich für eine schulische Ausbildung dieselben Unterlagen? Meist ja, aber jede Schule regelt das selbst. Manche verlangen zusätzlich ein Motivationsschreiben, eine Mappe oder eine Eignungsprüfung, andere nur ein Formular und ein Gespräch.
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Weiterführend
- Bundesagentur für Arbeit (2026): So bewirbst du dich auf eine Ausbildung. meinBERUF, arbeitsagentur.de/bildung/bewerbung/bewerbungsprozess-ausbildung
- Bundesagentur für Arbeit (2026): Bewerbungsunterlagen: Das gehört rein. meinBERUF, arbeitsagentur.de/bildung/bewerbung/bewerbungsunterlagen
- Bundesinstitut für Berufsbildung (2025): Angespannte Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Pressemitteilung 40/2025 vom 10.12.2025, bibb.de
- Bundesinstitut für Berufsbildung (2025): Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes im Jahr 2025. bibb.de/ausbildungsmarkt2025
