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Wann man sich für die Ausbildung bewerben sollte, hängt vom Beruf und vom Betrieb ab: Laut Bundesagentur für Arbeit suchen größere Betriebe schon eineinhalb Jahre vor Ausbildungsbeginn, Schulen und kleinere Unternehmen starten spätestens zu Beginn des letzten Schuljahres. Als Faustregel gilt, nach dem Jahreszeugnis der vorletzten Klasse mit den Bewerbungen zu beginnen.

Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Einstieg & Berufswahl · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Bewerbungsfristen Ausbildung, Bewerbungszeitraum, Bewerbungsphase

Was bedeutet „wann für die Ausbildung bewerben“?

Hinter der Frage steckt die Sorge, zu spät dran zu sein. Tatsächlich laufen Bewerbungsphasen sehr unterschiedlich. Ein Konzern, der im Spätsommer ausbildet, wählt oft schon im Herbst des Vorjahres aus. Ein kleiner Betrieb sucht dagegen manchmal noch im Frühjahr. Wer weiß, wann für die Ausbildung bewerben im eigenen Wunschberuf üblich ist, kann seine Zeit gut planen und verpasst keine Frist.

Erklärung

Ausbildungsbeginn. Duale Ausbildungen beginnen meist im August oder September. Schulische Ausbildungen an Berufsfachschulen richten sich nach dem Schuljahr oder nach eigenen Semesterterminen, manche bieten mehrere Starts im Jahr an.

Wie früh? Die Bundesagentur für Arbeit schreibt auf meinBERUF:

  • Große Betriebe suchen schon eineinhalb Jahre vor Beginn der Ausbildung nach geeigneten Kandidat/innen.
  • Schulen und kleinere Unternehmen sind etwas später dran, starten den Bewerbungsprozess aber spätestens am Anfang des letzten Schuljahrs.
  • Banken, Versicherungen und der öffentliche Dienst beginnen mit der Bewerbungsphase noch früher.
  • Schulische Ausbildungen haben eigene Bewerbungsfristen, die von Schule zu Schule unterschiedlich sind. Manchmal ist vorher ein Praktikum nötig.

Faustregel. Die Bundesagentur rät, in der Regel nach dem Jahreszeugnis der vorletzten Klasse zu beginnen. Dieses Zeugnis ist bei den meisten Bewerbungen das aktuellste und wird mitgeschickt.

Nach dem Abschicken. Bis zur Antwort kann es dauern. Wer nach vier Wochen nichts gehört hat, darf laut Bundesagentur freundlich nachfragen.

Zeitplan bis zum Ausbildungsstart
  1. 18 Monate vorhergroße Betriebe beginnen mit der Auswahl
  2. SommerJahreszeugnis der vorletzten Klasse, Start der Bewerbungen
  3. Beginn letztes Schuljahrspätester Start bei Schulen und kleinen Betrieben
  4. 4 Wochen nach Versandohne Antwort freundlich nachfragen
  5. August oder SeptemberAusbildungsbeginn im dualen System
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, meinBERUF, So bewirbst du dich auf eine Ausbildung, 2026

Ist es zu spät? Selten. Auch nach dem offiziellen Start bleiben Plätze frei. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung waren zum 30. September 2025 rund 54.400 betriebliche Ausbildungsstellen unbesetzt, gleichzeitig suchten rund 84.400 junge Menschen noch einen Platz. Die Berufsberatung und die Jobsuche der Bundesagentur zeigen auch kurzfristig freie Stellen.

Beispiele

  • Beispiel 1, Industrie: Eine Schülerin der 10. Klasse will ab dem übernächsten September eine Ausbildung bei einem großen Industrieunternehmen machen. Die Bewerbungsfrist endet dort im Herbst, also rund ein Jahr vor dem Start. Sie bewirbt sich direkt nach den Sommerferien.
  • Beispiel 2, kleines Fotostudio: Ein Schüler fragt im Januar bei einem Studio nach, das jedes Jahr eine Person ausbildet. Der Inhaber entscheidet erst nach einem Praktikum im Frühjahr.
  • Beispiel 3, Berufsfachschule: Eine Abiturientin informiert sich im Winter über eine schulische Ausbildung in Gestaltung, besucht einen Infotag und bewirbt sich danach für den nächsten Start.
  • Beispiel 4, Nachrücken: Ein Bewerber hat bis Juli keinen Platz. Über die Berufsberatung erfährt er von einem Betrieb, dessen Azubi kurzfristig abgesagt hat.
  • Beispiel 5, Umstieg nach Abbruch: Eine 19-Jährige bricht im November ein anderes Ausbildungsverhältnis ab und sucht einen Neuanfang. Schulen mit mehreren Starts im Jahr sind für sie eine Option.

In der Praxis

Rückwärts planen. Ausbildungsbeginn eintragen, dann zurückrechnen: Bewerbungsfristen der Wunschbetriebe, Termine für Praktika, Infotage und Ausbildungsmessen.

Liste führen. Pro Betrieb oder Schule notieren: Frist, Unterlagen, Ansprechperson, Stand. Die Bundesagentur empfiehlt eine einfache Tabelle.

Früh orientieren. Wer noch unsicher ist, beginnt schon in der vorvorletzten Klasse mit Praktika und Gesprächen. Hilfreich sind Berufsorientierung: Ablauf, Angebote und Fahrplan, ein Schülerpraktikum: Ablauf, Rechte und Tipps zur Suche und ein Termin bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit: Ablauf und Termin.

Unterlagen vorbereiten. Lebenslauf, Zeugnisse und ein Grundgerüst für das Anschreiben sollten fertig sein, bevor die ersten Fristen laufen. Tipps dazu stehen in Bewerbung für die Ausbildung: Unterlagen, Ablauf, Tipps.

Nicht nur auf eine Karte setzen. Wer sich nur bei einem Betrieb bewirbt, hat bei einer Absage wenig Zeit für Alternativen. Eine Mischung aus frühen und späten Fristen verteilt das Risiko.

Schulische Ausbildung in Gestaltung. Bei Berufsfachschulen lohnt sich ein Blick auf die Starttermine der jeweiligen Schule. An der Lazi Akademie, einer staatlich anerkannten Berufsfachschule für Gestaltung in Esslingen am Neckar, beginnt die Bewerbung mit einem Online-Formular, das in etwa zwei Minuten ausgefüllt ist; die Akademie meldet sich innerhalb von 24 Stunden persönlich. Danach folgen ein kurzes Gespräch und eine kleine kreative Aufgabe mit einer Woche Zeit, Lebenslauf, Zeugnis und ein formloses Motivationsschreiben können nachgereicht werden.

Vergleich & Abgrenzung

MerkmalDuale Ausbildung im GroßbetriebDuale Ausbildung im KleinbetriebSchulische Ausbildung
Typischer Vorlaufbis zu 18 Monateoft wenige Monateje nach Schule
Fristenfeste Bewerbungsschlüsseoft offen, bis der Platz vergeben isteigene Fristen oder laufende Aufnahme
AuswahlTest, Gespräch, teils AuswahltagGespräch, oft ProbearbeitenGespräch, Mappe oder Aufgabe

Häufige Fragen

Wann sollte ich mich für eine Ausbildung bewerben? Laut Bundesagentur in der Regel nach dem Jahreszeugnis der vorletzten Klasse. Große Betriebe suchen bis zu eineinhalb Jahre vorher, kleinere Betriebe und Schulen spätestens ab Beginn des letzten Schuljahres.

Ist es im Frühjahr schon zu spät für eine Ausbildung im Herbst? Nicht unbedingt. Viele kleinere Betriebe vergeben Plätze noch spät, und nach dem Stichtag 30. September 2025 waren laut BIBB rund 54.400 Ausbildungsstellen unbesetzt. Die Auswahl ist aber kleiner.

Welches Zeugnis schicke ich mit? Üblich sind die letzten beiden Schulzeugnisse, meist also das Jahreszeugnis der vorletzten Klasse und das letzte Halbjahreszeugnis.

Wann beginnt eine Ausbildung? Duale Ausbildungen starten meist im August oder September. Schulische Ausbildungen haben eigene Termine, manche Schulen bieten mehrere Starts im Jahr.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Bundesagentur für Arbeit (2026): So bewirbst du dich auf eine Ausbildung. meinBERUF, arbeitsagentur.de/bildung/bewerbung/bewerbungsprozess-ausbildung
  • Bundesinstitut für Berufsbildung (2025): Angespannte Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Pressemitteilung 40/2025, bibb.de
  • Bundesagentur für Arbeit (2026): Jobsuche, Ausbildungsstellen. arbeitsagentur.de/jobsuche
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