Ein Industriefotograf oder eine Industriefotografin fotografiert Produktionsanlagen, Maschinen, Produkte und Menschen bei der Arbeit für Kataloge, Websites, Geschäftsberichte, Messen und Dokumentation. In den Beruf führen die Fotografenausbildung mit der Wahlqualifikation Architektur- und Industriefotografie oder eine schulische Ausbildung in Fotodesign; angestellte Fotograf/innen verdienen laut Entgeltatlas im Median 3.317 Euro brutto im Monat.
Rubrik: Berufsfelder & Berufsbilder · Unterrubrik: Foto-Berufe · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Industriefotografin, Werksfotograf/in, Technikfotograf/in, Unternehmensfotograf/in Industrie, industrial photographer
Was macht ein Industriefotograf?
Ein Industriefotograf macht sichtbar, was Unternehmen herstellen und wie sie es tun. Er fotografiert in Werkshallen, Reinräumen, auf Baustellen und an Anlagen, die nicht stillstehen dürfen. Die Bildsprache und Lichttechnik beschreibt die Gattungsseite Industriefotografie. Hier geht es um den Beruf: Auftraggeber, Wege, Verdienst und den Arbeitsalltag zwischen Sicherheitsunterweisung und Bildauswahl.
Erklärung: Aufgaben und Arbeitsfelder
Industriefotografie ist eine eigene Tätigkeit im Berufsfeld: Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit führt „Industriefotograf/in“ ausdrücklich als zugehörige Tätigkeit der Berufsgattung Fotografie. Die Neuordnung der Fotografenausbildung hat 2025 die Wahlqualifikation Architektur- sowie Industriefotografie geschaffen (BIBB, 2025).
Typische Aufgaben:
- Anlagen und Maschinen: große Objekte so ausleuchten, dass Form und Funktion lesbar werden, oft mit vielen Blitzen oder langen Belichtungen.
- Menschen bei der Arbeit: authentische Bilder von Fachkräften für Employer Branding und Recruiting.
- Produkte: Bauteile und Geräte im Studio oder vor Ort, siehe Produktfotografie Hard Goods.
- Dokumentation: Baufortschritt, Inbetriebnahmen, Montage, Prüfprozesse.
- Kommunikation: Geschäftsbericht, Pressebilder, Messe, Kundenmagazin.
Dazu kommen Abstimmung mit Werksleitung, Arbeitssicherheit und Geheimhaltung, die Retusche von Störelementen und das Verwalten großer Bildbestände.
Beispiele
- Automobilzulieferer: Ein Tag in der Fertigung, Fotos von Robotern, Prüfständen und Mitarbeitenden für Website und Karriereseite.
- Chemiewerk: Aufnahmen mit Schutzausrüstung, Freigabe jeder Kameraposition, Bildauswahl vor Verlassen des Geländes.
- Maschinenbau: Eine Sondermaschine wird vor der Auslieferung im Werk fotografiert, mit Freistellern für den Katalog.
- Energie: Windkraftanlagen, Umspannwerke und Wartungsteams aus der Höhe, teilweise mit Drohne, siehe Drohnenpilot/in für Luftbildfotografie: Lizenz und Gehalt.
- Lebensmittelindustrie: Hygieneschleuse, Kleidung nach Vorschrift, Bilder von Linien und Qualitätskontrolle.
Wie wird man Industriefotograf?
Der Titel ist nicht geschützt. Die wichtigsten Wege:
- Duale Ausbildung Fotograf/in: drei Jahre, seit 1. August 2025 mit der Wahlqualifikation Architektur- sowie Industriefotografie (BIBB, 2025). Ausbildungsbetriebe sind Studios mit Industriekunden, teilweise auch Unternehmen mit eigener Fotoabteilung.
- Schulische Ausbildung in Fotodesign an einer Berufsfachschule, ohne Abitur möglich.
- Assistenz bei Industriefotograf/innen, siehe Fotoassistent/in: Aufgaben, Honorar, Berufseinstieg.
- Weiterbildung zum Fotografenmeister, siehe Fotografenmeister/in: Prüfung, Voraussetzungen, Förderung, wenn ein eigener Ausbildungsbetrieb geplant ist.
Hilfreich sind technisches Interesse und Grundkenntnisse in Lichtführung für große Räume. Viele Industriefotograf/innen haben vorher in Technikberufen gearbeitet und bringen Verständnis für Abläufe mit.
Ausbildung an der Lazi Akademie
Industriefotos brauchen technisches Denken und sauberes Licht, und in der staatlich anerkannten Ausbildung Fotodesign und Digital Imaging an der Lazi Akademie in Esslingen am Neckar lernst du Studiofotografie, Blitz- und Dauerlicht, Werbe- und Produktfotografie mit Pack Shot und Freisteller sowie Bildretusche und Compositing, dazu fotografische Aufgaben aus Technik, Architektur und Dokumentation. Die Ausbildung dauert drei Jahre in Vollzeit, Praxis gibt es ab dem ersten Semester, der Abschluss lautet staatlich anerkannte/r Digital Imaging Designer/in. Das passt zu dir, wenn dich Maschinen, Material und große Räume genauso reizen wie Menschen. Bewerben kannst du dich direkt über die Fachbereichsseite.
Was verdient ein Industriefotograf?
Der Entgeltatlas weist Industriefotograf/innen in der Berufsgattung Fotografie aus. Für sie gelten diese Werte:
| Gruppe | Median brutto/Monat | Spanne (25 bis 75 Prozent) |
|---|---|---|
| Berufsgattung Fotografie gesamt | 3.317 € | 2.550 bis 4.290 € |
| Alter 25 bis 54 | 3.240 € | 2.551 bis 4.145 € |
| Alter ab 55 | 4.110 € | 3.132 bis 4.980 € |
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenstand 2025, Vollzeitbeschäftigte, Berufsgattung „Berufe in der Fotografie, fachlich ausgerichtete Tätigkeiten“, zu der laut Entgeltatlas auch Industriefotograf/in gehört.
Ein eigener Wert nur für Industriefotografie wird nicht ausgewiesen. Selbstständige Industriefotograf/innen rechnen Tagessätze plus Nutzungsrechte ab; belastbare Daten zu diesen Honoraren aus Tarifvertrag oder Verbandsumfrage gibt es nicht.
Voraussetzungen und Ausrüstung
- Fachlich: Lichtsetzung in großen Räumen, Perspektivkorrektur, Composing aus mehreren Aufnahmen, Farbmanagement.
- Persönlich: technisches Verständnis, Geduld mit Abläufen, Verschwiegenheit, gute Abstimmung mit Werkspersonal.
- Ausrüstung im Überblick: Gehäuse mit hoher Auflösung, Tilt-Shift-Objektive, Akkublitze, Stative, eigene Schutzausrüstung.
- Sicherheit: Sicherheitsunterweisungen vor Ort, Vorgaben zu Schutzkleidung, Ex-Schutz-Bereichen und Fotografierverboten.
- Vertrag: Geheimhaltungsvereinbarung, klare Regelung der Nutzungsrechte, siehe Nutzungsrechte im Auftragsvertrag.
In der Praxis
Industriefotografie ist B2B-Geschäft: Ansprechpersonen sind Marketing, Unternehmenskommunikation, Personalabteilung und Agenturen. Aufträge sind oft wiederkehrend, weil Unternehmen einen einheitlichen Bildstil wollen. Termine richten sich nach Schichtplänen und Stillstandszeiten. Eine historische Wurzel des Berufs sind die Werksfotograf/innen großer Unternehmen und Fotografen wie Albert Renger-Patzsch, die Industrie seit den 1920er Jahren als eigenes Bildthema behandelten. Heute arbeiten die meisten freiberuflich oder in Studios mit Schwerpunkt Industrie und Architektur, siehe Architekturfotograf/in: Aufgaben, Ausbildung, Verdienst.
Vergleich & Abgrenzung
| Merkmal | Industriefotograf/in | Werbefotograf/in |
|---|---|---|
| Ort | Werk, Baustelle, Anlage | meist Studio oder Set |
| Motiv | reale Prozesse, Maschinen, Menschen | inszenierte Produkte und Szenen |
| Planung | Sicherheit, Schichtplan, Freigaben | Konzept, Casting, Styling |
| Ziel | Information, Image, Recruiting | Verkauf, Kampagne |
Mehr zur inszenierten Werbeproduktion steht im Eintrag Werbefotograf/in: Ausbildung, Honorare, Gehalt und Einstieg.
Häufige Fragen (FAQ)
Was verdient ein Industriefotograf? Der Entgeltatlas zählt Industriefotograf/innen zur Berufsgattung Fotografie, deren Median bei 3.317 Euro brutto im Monat liegt (Datenstand 2025). Ein separater Wert nur für Industriefotografie wird nicht veröffentlicht.
Welche Ausbildung braucht man als Industriefotograf? Rechtlich keine bestimmte. Üblich sind die duale Ausbildung Fotograf/in, seit 2025 mit der Wahlqualifikation Architektur- und Industriefotografie, oder eine schulische Ausbildung in Fotodesign. Danach helfen Assistenz und Referenzen aus Unternehmen.
Ist Industriefotografie gefährlich? In Werken gelten strenge Sicherheitsregeln, die vor jedem Termin unterwiesen werden. Wer sich an Schutzkleidung, Absperrungen und Anweisungen des Personals hält, arbeitet sicher. Kameras sind in Ex-Schutz-Bereichen oft nicht zugelassen.
Gibt es noch fest angestellte Werksfotografen? Einige große Unternehmen haben eigene Foto- oder Medienabteilungen. Häufiger werden heute freie Industriefotograf/innen oder Studios gebucht.
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- Businessfotograf/in: Beruf, Aufgaben, Gehalt und Wege
- Drohnenpilot/in für Luftbildfotografie: Lizenz und Gehalt
- Fotografenmeister/in: Prüfung, Voraussetzungen, Förderung
Weiterführend
- Bundesagentur für Arbeit (2025): Entgeltatlas, Berufsgattung Fotografie mit Tätigkeit Industriefotograf/in. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas, Datenstand 2025.
- Bundesinstitut für Berufsbildung (2025): Neuordnung Fotograf/in, Wahlqualifikationen ab 1. August 2025. bibb.de.
- Verordnung über die Berufsausbildung zum Fotografen und zur Fotografin (FotoAusbV) vom 31.01.2025. gesetze-im-internet.de.
- Renger-Patzsch, Albert (1928): Die Welt ist schön. Kurt Wolff Verlag, München.
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