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Packshot ist ein Produktfoto auf neutralem — meist weißem — Hintergrund, das ein Produkt oder seine Verpackung sachlich, vollständig und ohne ablenkende Elemente zeigt und als Standard-Produktbild im E-Commerce gilt.

Rubrik: Fotografie · Unterrubrik: Produktfotografie · Niveau: Einsteiger


Was ist ein Packshot?

Der Begriff Packshot kommt ursprünglich aus der Werbung — dort bezeichnet er die Schlusseinstellung eines TV-Spots, in der das Produkt klar und deutlich im Vordergrund zu sehen ist. In der Produktfotografie hat sich Packshot zum Synonym für das sachliche Produktfoto auf neutralem Hintergrund entwickelt.

Ein Packshot ist kein kreatives Stillleben, kein Lifestyle-Bild und keine emotionale Kampagne. Er ist das funktionale Werkzeug des Handels: klar, informativ, einheitlich. Wer ein Produkt auf Amazon, Zalando, Otto oder im eigenen Onlineshop listet, braucht in erster Linie gute Packshots.


Erklärung

Merkmale eines guten Packshots

Ein professioneller Packshot zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Neutraler Hintergrund: Weiß (RGB 255/255/255) ist Pflicht auf den meisten Plattformen
  • Vollständige Produktdarstellung: Das gesamte Produkt muss sichtbar sein, keine abgeschnittenen Kanten
  • Mindestgröße im Frame: Auf Amazon muss das Produkt mindestens 85 % der Bildbreite oder -höhe ausfüllen
  • Keine ablenkenden Elemente: Keine Props, keine Texte, keine Logos im Bild (außer direkt auf dem Produkt)
  • Mehrere Perspektiven: Front, Rücken, Seite, Detail — je mehr, desto besser für den Kaufentscheid
  • Scharfe Abbildung: Gesamtes Produkt scharf, keine kreative Unschärfe
  • Farbtreue: Korrekte Farbwiedergabe, kalibrierter Weißabgleich

Packshot vs. Lifestyle-Bild

Plattformen wie Amazon unterscheiden zwischen Hauptbild (Packshot auf Weiß) und Zusatzbildern (Lifestyle, Details, Infografiken). Der Packshot ist das Pflichtbild — alle weiteren können kreativer sein.

PackshotLifestyle-Bild
HintergrundWeiß/neutralSituationsgebunden
ZielInformationEmotion
PositionHauptbildGalerie
RequisitenKeineErlaubt
PlattformpflichtMeist JaNein

Plattform-spezifische Anforderungen

Amazon:

  • Hauptbild: reines Weiß (RGB 255/255/255)
  • Produkt füllt ≥ 85 % des Bildrahmens
  • Keine Wasserzeichen, keine Texte, keine Rahmen
  • Mindestauflösung: 1000 × 1000 px (für Zoom)
  • Empfohlen: 2000 × 2000 px oder mehr
  • Format: JPEG (bevorzugt), PNG, GIF

Zalando:

  • Schuhe, Kleidung auf Weiß oder hellem Grau
  • Ghost-Mannequin oder flach, je nach Kategorie
  • Spezifische Perspektiven je Kategorie (Schuh z. B.: 45°-Sicht von vorne rechts)

Shopify / Eigener Shop:

  • Keine festen Vorgaben, aber einheitliches Format empfohlen
  • Quadratisch (1:1) oder 4:3 gebräuchlich

Weitere Details: Produktfotografie für Amazon, Shopify & Co.

Technischer Workflow Packshot

Vorbereitung:

  1. Produkt reinigen (Fingerabdrücke, Staub, Fusseln entfernen)
  2. Weißen Hintergrund aufbauen: Papierrolle oder weißen Kartontisch
  3. Lichter positionieren: Licht-Setup für Produktfotografie (3-Licht-Setup empfohlen)
  4. Kamera auf Stativ montieren, Objektiv 50–100 mm

Aufnahme:

  1. Testaufnahmen: Hintergrundbelichtung auf Weiß prüfen
  2. Produkt ausrichten: gerade, zentriert, vollständig im Frame
  3. Belichtungsreihe (Bracketing) für Sicherheit
  4. Perspektiven durchgehen: Front, Seite(n), Rücken, Draufsicht, Detail

Nachbearbeitung:

  1. Rohdaten entwickeln (Lightroom, Capture One)
  2. Hintergrund auf Reinweiß bringen
  3. Ggf. Clipping Path & Freistellung in Photoshop für saubere Freisteller
  4. Farbkorrektur: Kalibrierung gegen Farbreferenz
  5. Export je Plattform-Spezifikation
  6. Details: Nachbearbeitung für Produktfotos: Retusche, Clipping

Packshot für verschiedene Produktkategorien

Kleidung: Ghost-Mannequin-Technik (Hohlmann) oder Flatlay. Bügeln/Dämpfen vor der Aufnahme. Details: Mode auf Produktbild: Ghost Mannequin & Flatlay

Schmuck: Makroobjektiv, Lightbox oder Durchlichttisch. Details: Schmuck fotografieren: Macro, Licht, Reflektion

Elektronik: Gratausleuchtung, keine Reflektionen in Displays. Mehrere Winkel für Anschlüsse und Tasten.

Lebensmittel: Besondere Herausforderungen durch Frische, Flüssigkeiten, Reflexionen. Details: Food Photography: Styling, Licht, Requisiten


Beispiele

Flaschenpackshot: Klare Glasflasche auf weißem Hintergrund, von vorne, leicht seitlich. Drei Lichter: links, rechts, Hintergrund. Label gut lesbar, keine Reflexionen. Ergebnis: Amazon-konform, informativ.

T-Shirt-Packshot: Weißes T-Shirt auf Ghost-Mannequin (Hohlmann), frontale Aufnahme, gleichmäßig ausgeleuchtet. Hintergrund reinweiß. Anschließend: Mannequin in Retusche entfernen, Kragen und Ärmel zusammenfügen.

Kosmetik-Packshot: Lippenstift hochkant auf weißem Tisch, Vorderseite mit Markennamen zum Betrachter, leichter Bodenschatten für Boden-Referenz.


In der Praxis

Qualitätskontrolle vor dem Export

  • Histogramm: Hintergrund wirklich bei 255?
  • Schärfe: gesamtes Produkt scharf oder gezielter Fokus?
  • Kanten: keine Ausfransen oder Halos bei Freistellung?
  • Farbkalibrierung: Screenshot vs. Farbkarte abgleichen
  • Formatprüfung: Auflösung, Dateiformat, Dateigröße

Skalierbare Produktion (Massenpackshot)

Für viele Produkte empfiehlt sich ein standardisierter Set-Aufbau:

  • Fester Kamerastandpunkt (niemals verstellen)
  • Gleichmäßiges Licht, das nicht neu justiert wird
  • Markierungen auf dem Tisch für Produktpositionierung
  • RAW-Entwicklung mit gepinntem Ausgangsprofil
  • Batch-Export in Lightroom oder Capture One

Vergleich & Abgrenzung

Packshot vs. Katalogfoto: Kaum Unterschied; Katalogfoto ist historisch gedruckt und erlaubt farbige Hintergründe. Packshot ist konsequenter auf Weiß und E-Commerce ausgerichtet.

Packshot vs. Freisteller: Freisteller kann auf beliebigem Hintergrund eingesetzt werden (PNG mit Transparenz). Packshot hat konkreten weißen Hintergrund im JPEG.


Häufige Fragen (FAQ)

Muss ich für jeden Packshot einzeln aufnehmen? Bei effizienten Setups ist Batch-Aufnahme möglich. Ähnliche Produkte können ohne Umbauten hintereinander aufgenommen werden.

Wie viele Packshots pro Produkt sind nötig? Amazon empfiehlt 6+ Bilder, Studien zeigen, dass mehr Bilder die Conversion-Rate steigern. Minimum: 3 (Front, Rücken, Detail).

Kann ich Packshots mit dem Smartphone machen? Für einfache Produkte auf hellen Hintergründen ja, mit guter App (z. B. Adobe Lightroom Mobile). Für professionelle E-Commerce-Fotografie empfiehlt sich eine Kamera.


Verwandte Einträge


Weiterführend

  • Sheppard, Rob: Photographing Products. Amherst Media, 2016.
  • Amazon Seller Central: Image Requirements for Product Listings. Amazon, 2024.
  • Johnson, Neil: Product Photography. Rocky Nook, 2015.
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