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LUT Management in DaVinci Resolve umfasst den Import, die Organisation und die Anwendung von Look-Up Tables (LUTs) als Farbkonvertierungs- oder Creative-Look-Werkzeuge innerhalb des Grading-Workflows.

Rubrik: Software & Tools · Unterrubrik: DaVinci Resolve · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Look-Up Table, 3D LUT, 1D LUT, Color Space Transform LUT, Technical LUT, Creative LUT (Menüpfad: Color Page → LUTs-Panel; Projekt-Einstellungen → Color Management → LUT-Ordner)

Was ist LUT Management?

Eine LUT (Look-Up Table) ist eine mathematische Tabelle, die jedem Eingangs-Farbwert einen bestimmten Ausgangswert zuordnet. In DaVinci Resolve werden LUTs verwendet, um Kamera-Logs in einen Ausgabe-Farbraum zu konvertieren (Technical/Transform LUT), kreative Looks zu applizieren (Creative LUT) oder Anzeige-LUTs für die Monitor-Kalibrierung zu nutzen. DaVinci unterstützt zahlreiche LUT-Formate und verfügt über ein integriertes LUT-Management-System.

Erklärung

LUT-Typen

1D LUT: Verarbeitet jeden Farbkanal (R, G, B) unabhängig voneinander. Geeignet für einfache Gamma-Korrekturen oder Kontrastanpassungen, aber keine kanalübergreifenden Farbveränderungen.

3D LUT: Ordnet jedem Punkt im dreidimensionalen RGB-Farbraum einen neuen Wert zu. Ermöglicht vollständige Farbmanipulation inklusive Farbtonverschiebungen, Sättigungsänderungen und Schwarz-Weiß-Punkt-Mapping. Standard für professionelle Farbkonvertierungen und kreative Looks.

DCTL (DaVinci Color Transform Language): Proprietäres Format von Blackmagic; ähnelt einer programmierbaren LUT. Ermöglicht komplexe, parametrische Farbkonvertierungen die über statische LUTs hinausgehen.

LUT-Import und Organisation

LUTs werden über Projekt-Einstellungen → Color Management → LUT-Verzeichnisse in DaVinci Resolve eingebunden. Die Ordner können auf lokale Laufwerke oder Netzwerkpfade verweisen; DaVinci liest alle gängigen Formate (.cube, .3dl, .vlt, .lut). Eine saubere Ordnerstruktur (nach Hersteller, Kamera, Kategorie) ist für das Management größerer LUT-Bibliotheken empfehlenswert.

LUT-Anwendung

LUTs können auf drei Ebenen angewendet werden:

  1. Node-Ebene (Color Page): Rechtsklick auf Node → „LUTs" → LUT auswählen. Der Node transformiert das Signal per LUT. Nichtdestruktiv, jederzeit änderbar.
  2. Clip-Ebene (Input Color Space): In der Color Page über das Clip-Attribut-Panel kann eine Input-LUT zugewiesen werden, die vor allen Nodes angewendet wird (ideal für Log-zu-Rec.709-Konvertierungen).
  3. Viewer-LUT (Monitor LUT): Wird nur für die Vorschau auf dem Ausgabemonitor angewendet, ohne den eigentlichen Grade zu beeinflussen. Ermöglicht die Kontrolle des finalen Looks während des Gradings.

LUT-Export (Cube Export)

DaVinci Resolve kann aus bestehenden Grades eigene LUTs exportieren (Color Page → Extras → Generate LUT). Die exportierte .cube-Datei kann in anderen Applikationen oder auf Kamerasystemen verwendet werden.

Beispiele

  1. ARRI LogC3 → Rec.709: Hersteller-LUT von ARRI (K1S1 oder ähnlich) im ersten Node anwenden; nachfolgend kreative Korrekturen.
  2. Sony S-Log3/S-Gamut3.Cine → Rec.709: Sony-offizielle Conversion LUT importieren und als Basis-Node verwenden.
  3. Film-Emulation: Kreative LUT (z.B. Kodak 2383, Fuji 3513) auf den finalen Node applizieren für einen Film-Look.
  4. On-Set LUT: Viewer-LUT für den DIT-Monitor setzen, sodass das Log-Material auf dem Set bereits mit dem gewünschten Look beurteilt werden kann.
  5. Eigene LUT exportieren: Finales Grade als .cube-LUT exportieren und für Social-Media-Presets oder Kunden-Delivery bereitstellen.

In der Praxis

Schritt-für-Schritt: Kamera-LUT auf Log-Material anwenden

  1. Color Page → gewünschten Clip auswählen.
  2. Linker Panel: „LUTs"-Reiter öffnen → Kamera-Hersteller-Ordner navigieren.
  3. Passende Konvertierungs-LUT (z.B. „ARRILogC3to_Rec709") per Drag & Drop auf Node 1 ziehen.
  4. Scopes kontrollieren: Schwarzpunkt und Weißpunkt sollten nun im definierten Ausgabebereich liegen.
  5. Neuen seriellen Node anlegen (Alt+S) für kreative Eingriffe.
  6. Optional: Input Color Space im Clip-Attribut-Panel statt in einem Node verwenden für sauberere Node-Struktur.

Shortcuts:

  • LUT per Drag & Drop auf Node ziehen
  • Rechtsklick auf Node → „Remove LUT"
  • Rechtsklick im Viewer → „Set Viewer LUT"

Fallstricke:

  • LUTs sind spezifisch für den Eingangsfarbraum: Eine Sony-S-Log3-LUT auf ARRI-Material anzuwenden ergibt ein falsches Ergebnis.
  • 3D LUTs mit niedriger Auflösung (17x17x17 Punkte) können Banding erzeugen; hochauflösende LUTs (33x33x33 oder größer) bevorzugen.
  • LUTs für Log-Material immer VOR kreativen Korrekturen in der Node-Kette platzieren.

Vergleich & Abgrenzung

Adobe Premiere Pro unterstützt LUT-Import im Lumetri-Color-Panel, bietet aber weniger Flexibilität bei der Node-Integration und kein natives DCTL-Format. Final Cut Pro hat eingeschränkte LUT-Unterstützung über „Custom LUT"-Effekte, jedoch ohne die Tiefe des DaVinci-LUT-Managements. Professionelle DI-Systeme wie Baselight oder Nucoda bieten ähnliche LUT-Workflows mit zusätzlichem ACES-Management auf Studionivieau.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie funktioniert LUT Management in DaVinci? LUTs werden über die Projekt-Einstellungen in DaVinci Resolve verlinkt und erscheinen dann im LUT-Browser der Color Page. Per Drag & Drop werden sie auf Nodes angewendet, transformieren das Bildsignal nach dem definierten Farbmapping und können jederzeit entfernt oder ausgetauscht werden. Für die Vorschau steht eine gesonderte Viewer-LUT-Funktion bereit.

Brauche ich die Studio-Version für LUT Management? Nein – der vollständige LUT-Import und die Anwendung sind in der kostenlosen Version enthalten. Die Studio-Version fügt erweiterte DCTL-Unterstützung und zusätzliche integrierte LUTs (z.B. für HDR-Workflows) hinzu.

Weiterführend

  • Blackmagic Design: DaVinci Resolve 19 Reference Manual. Blackmagic Design Pty. Ltd., 2024.
  • Giorgi, Daniele: „LUT Workflow in DaVinci Resolve". In: Mixing Light, 2023.
  • ARRI: Look Library and LUT Generator Documentation. ARRI AG, 2023.
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