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Ein Filmexposé ist ein kurzes Entwicklungs- und Pitch-Dokument, das die Kernidee, die Hauptfiguren und die Handlung eines Filmprojekts prägnant auf ein bis fünf Seiten zusammenfasst und als erster Schritt in der Projektentwicklung oder Förderantragstellung dient.

Rubrik: Film & Mediendesign · Unterrubrik: Drehbuch & Konzept · Niveau: Einsteiger Synonyme / Auch bekannt als: Film-Exposé, Projektskizze, One-Pager (für kürzere Varianten)

Was ist ein Filmexposé?

Das Exposé ist das erste formale Dokument, das eine Filmidee aus dem Stadium des bloßen Einfalls in ein kommunizierbares Konzept überführt. Es ist kürzer als ein Treatment und deutlich kürzer als ein Drehbuch. Das Exposé dient vor allem der Kommunikation: Es soll Produzentinnen, Redakteure, Fördereinrichtungen und Filmpartner schnell und präzise über das Wesen des Projekts informieren – und sie neugierig machen. Ein gutes Exposé macht Appetit auf mehr.

Erklärung

Ein professionelles Filmexposé enthält in der Regel folgende Elemente:

1. Titelblatt: Projekttitel, Format (Spielfilm, Kurfilm, Serie), Autorenname, Kontakt, Datum.

2. Logline: Ein bis zwei Sätze, die Protagonisten, Konflikt und Thema auf den Punkt bringen.

3. Prämisse / Idee: Warum dieses Projekt? Was ist der thematische Kern, das gesellschaftliche Anliegen oder der cineastische Ansatz?

4. Figuren: Kurze Portraits der Hauptfiguren (je 3–5 Sätze): Wer sind sie? Was wollen sie? Was steht ihnen im Weg?

5. Handlung: Die Geschichte in komprimierter Prosaform – Anfang, Mitte und Ende deutlich erkennbar, alle Hauptwendepunkte erwähnt. Auch wenn das Exposé kurz ist, darf das Ende nicht verschwiegen werden.

6. Ton / Ästhetik (optional): Hinweise auf filmische Vorbilder, Bildsprache, Tonalität – etwa „Die Atmosphäre erinnert an frühe Wim-Wenders-Filme, die Bildsprache ist dokumentarisch."

Die Länge des Exposés variiert: Ein One-Pager (1 Seite) dient dem ersten Gespräch auf einem Festival oder einer Branchenveranstaltung. Das klassische Exposé für Förderanträge umfasst 2–5 Seiten. Für TV-Projekte verlangen Redaktionen oft spezifische Formate.

Sprachlich gilt: präzise, lebendig, im Präsens. Das Exposé sollte die Stimme des Projekts bereits hörbar machen. Floskeln und Allgemeinplätze sind zu vermeiden. Konkrete Bilder, sprechende Figurendetails und ein klarer Tonfall überzeugen mehr als abstrakte Ankündigungen.

In Deutschland wird das Exposé häufig für Stipendienanträge (Autorenprogramme der FFA, der Medienanstalten oder des Goethe-Instituts), für Pitching-Veranstaltungen (Berlinale Co-Production Market, DOK Leipzig, Filmfest München Coproduction Meetings) und als erster Schritt im Redaktionsgespräch genutzt.

Beispiele

  1. Spielfilm-Exposé (2 Seiten): Eine Seite Figuren und Logline, eine Seite Handlung mit allen drei Akten – dies ist die kompakteste vollständige Form für einen Erstpitch bei einem Produzenten.
  2. Dokumentarfilm-Exposé: Beschreibt die Protagonisten, das Thema und die geplante dramaturgische Struktur. Da Dokumentarfilme oft keinen festgelegten Ausgang haben, fokussiert es auf die Fragen und den Ansatz, nicht auf die Lösung.
  3. Förderantrag Kurzfilm: Beim Kurzfilmförderantrag (z. B. AG Kurzfilm, Kulturbehörden der Länder) ist ein Exposé von 1–2 Seiten meist ausreichend, da das Format kürzer ist.
  4. Pitch-Event One-Pager: Für Pitching-Veranstaltungen wie den Filmfestival-Marktplatz wird ein One-Pager mit Logline, Figuren, Handlung (5–7 Sätze) und Kontaktdaten verlangt.
  5. Schreibübung: Fassen Sie Ihren Lieblingsfilm in einem Exposé von maximal zwei Seiten zusammen – ohne den Originaltext zu kennen, allein aus Ihrer Erinnerung. Vergleichen Sie dann mit der Filmhandlung: Was haben Sie weggelassen? Was war dramaturgisch entscheidend?

In der Praxis

Das Exposé sollte vor dem Treatment geschrieben werden. Es zwingt Autorinnen und Autoren dazu, die Essenz ihrer Geschichte zu finden – was ist wirklich das Wichtige? Viele Entwicklungsberater empfehlen, das Exposé mehrmals zu überarbeiten, bevor das Treatment begonnen wird. Nutzen Sie Feedback von vertrauenswürdigen Leserinnen und Lesern: Wenn jemand nach dem Exposé mehr wissen will, stimmt die Richtung. Wenn Fragen zum Figuren-Motiv oder zur Handlungslogik auftauchen, müssen diese im Exposé noch geklärt werden.

Vergleich & Abgrenzung

Das Treatment ist die ausführliche Weiterentwicklung des Exposés: mehr Seitenumfang, szenischere Beschreibung, vollständige Figurencharakterisierung. Die Synopsis ist eher ein Zusammenfassung des fertigen Films für Presse oder Programmhefte. Die Logline ist noch kompakter als das Exposé – sie ist ein Baustein darin. Das Exposé steht am Anfang der Entwicklungskette; es öffnet Türen, ist aber kein Verkaufsabschluss.

Häufige Fragen (FAQ)

Soll das Exposé das Ende der Geschichte verraten? Ja, unbedingt. Ein Exposé ist kein Teaser-Trailer – es ist ein Arbeitsdokument für Branchenakteure. Produzenten und Förderer brauchen das Ende, um die Qualität der dramaturgischen Lösung zu beurteilen. Wer das Ende weglässt, wirkt unprofessionell.

Wie persönlich darf ein Exposé sein? Ein persönlicher Ton ist ein Vorteil, solange er professionell bleibt. Wenn das Projekt autobiografische Züge hat, kann eine kurze persönliche Motivation (1–2 Sätze) das Exposé stärken. Der Hauptteil muss jedoch die Geschichte selbst in den Mittelpunkt stellen.

Verwandte Einträge

Weiterführend

  • Hant, Peter (1999): Das Drehbuch. Praktische Filmdramaturgie. Zweitausendeins.
  • Lünenschloss, Birte (2014): Das Exposé – von der Idee zum Film. In: Schreiben fürs Kino, HFF München.
  • Schütte, Oliver (2010): Die Kunst des Drehbuchlesens. UVK Verlagsgesellschaft.
  • Online: Filmförderungsanstalt (FFA) – Richtlinien und Formulare: www.ffa.de
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