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Riqa ist ein schneller, kompakter und gut lesbarer Stil der arabischen Kalligrafie, der als gängige Alltags- und Geschäftshandschrift im arabischen Raum dient und durch kurze, gerade Striche gekennzeichnet ist.

Rubrik: Kalligrafie · Unterrubrik: Nicht-lateinische Schriften · Niveau: Fortgeschritten Synonyme / Auch bekannt als: Ruqʿa, Ruqaa, Riqʿa

Was ist Riqa?

Riqa ist ein arabischer Kalligrafie-Stil, der auf Schnelligkeit und Effizienz ausgelegt ist. Der Name bedeutet sinngemäß „kleines Blatt" oder „Stück". Riqa ist die am weitesten verbreitete Handschrift im arabischen Alltag und zeichnet sich durch kleine, dicht gesetzte Buchstaben und kurze, abwärts gerichtete Striche aus.

Erklärung

Riqa entwickelte sich im Osmanischen Reich als praktische Schnellschrift und wurde im 19. Jahrhundert durch osmanische Kalligrafen wie Mumtaz Efendi standardisiert. Es vereinfacht die Formen der klassischen Schriften und verzichtet auf weite Schwünge, sodass man zügig schreiben kann. Die Buchstaben sitzen eng beieinander, Zähnchen und Bögen sind verkürzt, was Riqa kompakt und alltagstauglich macht.

Riqa gehört zu den klassischen sechs Schriften der arabischen Kalligrafie, hat aber eine besondere Stellung: Während Thuluth und Diwani repräsentativen Zwecken dienen, ist Riqa die Schrift des täglichen Schreibens. Im Vergleich zum runden Buchstil Naskh ist Riqa kleiner, schneller und weniger formal. In vielen arabischen Ländern lernen Schüler/innen das Handschreiben in einer Riqa-nahen Form, weshalb Riqa als Grundlage moderner arabischer Alltagshandschrift gilt.

Beispiele

  • Beispiel 1: Handschriftliche Notizen und Briefe im arabischen Alltag.
  • Beispiel 2: Schultafeln und Hefte, in denen Riqa als Schreibschrift gelehrt wird.
  • Beispiel 3: Schnelle Beschriftungen, Formulare und Mitschriften.
  • Beispiel 4: Osmanische Verwaltungsnotizen des 19. Jahrhunderts.
  • Beispiel 5: Lehrhefte (Meşk), die die Riqa-Buchstaben Schritt für Schritt zeigen.

In der Praxis

Riqa wird mit einem fein bis mittel geschnittenen Qalam oder auch mit normalem Schreibgerät ausgeführt. Trotz seines Alltagscharakters folgt das kalligrafische Riqa klaren Regeln, die Lernende nach dem Naskh meist als nächstes üben. Für Designer/innen ist Riqa interessant, wenn ein authentisch handschriftlicher, unprätentiöser arabischer Charakter gefragt ist; es wirkt nahbar und modern.

Vergleich & Abgrenzung

Riqa wird häufig mit Naskh verwechselt, ist aber kompakter und schneller.

MerkmalRiqaNaskh
Temposchnell, alltäglichbedacht, formal
Buchstabenformverkürzt, engvoll ausgeformt
ZweckHandschrift, NotizenBuch- und Lesetext

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Riqa und Naskh? Naskh ist ein voll ausgeformter, formaler Buchstil, während Riqa eine verkürzte, schnelle Schrift für den Alltag und das Handschreiben ist.

Warum ist Riqa so verbreitet? Weil Riqa schnell und kompakt zu schreiben ist, wurde es zur üblichen Alltags- und Geschäftshandschrift im arabischen Raum und ist Grundlage des Handschreibunterrichts.

Weiterführend

  • Schimmel, Annemarie (1990): Calligraphy and Islamic Culture. New York University Press.
  • Blair, Sheila S. (2006): Islamic Calligraphy. Edinburgh University Press.
  • Gaur, Albertine (1994): A History of Calligraphy. British Library.
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